Schöne Texte

 

Buch des Lebens

Haß als minus und vergebens
Wird vom Leben abgeschrieben.
Positiv im Buch des Lebens
Steht verzeichnet nur das Lieben.
Ob ein Minus oder Plus
Uns verblieben, zeigt der Schluß.

Wilhelm Busch

Die Insel der Gefühle

Vor langer Zeit existierte einmal eine wunderschöne, kleine Insel. Auf dieser Insel waren alle Gefühle der Menschen zu Hause: Der Humor und die gute Laune, die Traurigkeit und die Einsamkeit, das Glück und das Wissen und all die vielen anderen Gefühle. Natürlich lebte auch die Liebe dort. Eines Tages wurde den Gefühlen jedoch überraschend mitgeteilt, dass die Insel sinken würde. Also machten alle ihre Schiffe seeklar, um die Insel zu verlassen. Nur die Liebe wollte bis zum letzten Augenblick warten, denn sie hing sehr an ihrer Insel. Bevor die Insel sank, bat die Liebe die anderen um Hilfe. Als der Reichtum auf einem sehr luxuriösen Schiff die Insel verließ, fragte ihn die Liebe: "Reichtum, kannst du mich mitnehmen?" "Nein, ich kann nicht. Auf meinem Schiff habe ich sehr viel Gold, Silber und Edelsteine. Da ist kein Platz mehr für dich." Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem wunderbaren Schiff vorbeikam. "Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?" "Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen", antwortete der Stolz, "hier ist alles perfekt und du könntest mein schönes Schiff beschädigen." Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit: "Traurigkeit, bitte nimm du mich mit." "Oh Liebe", sagte die Traurigkeit, "ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss." Als die gute Laune losfuhr, war sie so zufrieden und ausgelassen, dass sie nicht einmal hörte, dass die Liebe sie rief. Plötzlich aber rief eine Stimme: "Komm Liebe, ich nehme dich mit." Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie ganz und gar vergaß, ihren Retter nach seinem Namen zu fragen. Später fragte die Liebe das Wissen: "Wissen, kannst du mir vielleicht sagen, wer es war, der mir geholfen hat?" "Ja sicher", antwortete das Wissen, "das war die Zeit." "Die Zeit?" fragte die Liebe erstaunt, "Warum hat mir die Zeit denn geholfen?" Und das Wissen antwortete: "Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist." (danke Cettina)

Es geht nicht darum zu verstehen, wie das Hirn funktioniert, sondern darum, sein Hirn zu benutzen, um zu verstehen, wie das Leben funktioniert, oder besser: Wie schön und kostbar es ist, eine Zeit lang lebendig zu sein.

Prof. Dr. Gerald Hüther (Hirnforscher)

Aktenstöße nachts verschlingen, schwatzen nach der Welt Gebrauch

Und das große Tretrad schwingen, wie ein Ochs, das kann ich auch.

Aber glauben, dass der Plunder eben nicht der Plunder wär,

Sondern ein hochwichtig Wunder, das gelang mir nimmermehr.

Aber andre überwitzen, dass ich mit dem Federkiel

Könnt den morschen Weltbau stützen, schien mir immer Narrenspiel.

 

Joseph von Eichendorff

das gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht

"still sitzend,
nichts tuend,
kommt der frühling
und das gras
wächst von allein" (zen)
ganz herzliche ostergruesse an alle,
von der silvester-kerstin, April 2010

Die Perle

Eine Auster sagte zu ihrer Nachbarin:
Ich spüre einen großen Schmerz in meinem Innern.
Er ist schwer und rund und plagt mich sehr."
Die andere Auster erwiderte darauf selbstgefällig:
"Dank dem Himmel und dem Meer,
dass ich in mir gar keinen Schmerz verspüre.
Ich fühl' mich wohl und ganz,
im Innern wie im Außen."

Derweil kam ein Krebs vorbei und
hörte die Unterhaltung der beiden Austern.
Zu der, welche sich rühmte,
im Innern wie im Außen wohl und ganz zu sein, sagte er:
" Ja, Dir geht es gut und -Du bist wohl und ganz.
Aber wisse: der Schmerz, den Deine Nachbarin erträgt,
rührt von einer Perle her, die außerordentlich schön ist.“

Khalil Gibran, "Der Wanderer"

Danke an Jürgen

Sprung in der Schüssel
Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln hatte, die von den Enden einer Stange hingen, die sie über ihren Schultern trug. Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste. Am Ende der Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau war die andere jedoch immer nur noch halb voll.
Zwei Jahre lang geschah dies täglich: die alte Frau brachte immer anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung, aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht war.  Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sagte die gesprungene Schüssel zu der alten Frau:"Ich schäme mich so wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft." Die alte Frau lächelte. "Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht? Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genau so wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren."

Ein älterer Mann von den Cherokee-Ureinwohnern Amerikas belehrte seine Enkelkinder über das Leben. Er sagte zu ihnen: »Ein Kampf findet in meinem Inneren statt. Es ist ein fürchterlicher Kampf. Da kämpfen zwei Wölfe miteinander. Ein Wolf repräsentiert Furcht, Ärger, Neid, Sorgen, Bedauern, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Schuld, Vorurteile, Minderwertigkeit, Lügen, Stolz und Überheblichkeit. Der andere Wolf steht für Freude, Frieden, Liebe, Hoffnung, Anteilnahme, Gelassenheit, Menschlichkeit, Freundlichkeit, Wohlwollen, Freundschaft, Einfühlungsvermögen, Großzügigkeit, Wahrheit, Mitgefühl und Vertrauen. Derselbe Kampf findet auch in dir und in allen anderen Menschen statt.« Die Kinder dachten darüber nach. Dann fragte eines von ihnen den Großvater: »Und welcher Wolf wird gewinnen?« Der alte Cherokee antwortete: »Es wird der gewinnen, den ich füttere.«

Mathias

Nicht müde werden

Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.

Hilde Domin

Dein Ringen um und mit Dämonen
rührt mich.
Sind es nicht meine?

Dein Schmerz um das verlor'ne Glück
schmerzt mich.
Es ist wie meins.

Deine Wut auf alte Fesseln
macht mich schreien,
denn die kenn' ich gut.

Deine Arme tragen mich
durch meine Angst
und ich finde meine Stärke,
sodass langsam mir mein Kind
meine Liebe glaubt: Ich lasse Dich
nie mehr allein, nie mehr.

Und so strahlen wir uns an,
nehmen uns an und auf und mit
- ich bin wie du -
und gießen uns're Blumen:
Alltag, komm!

Reinhard

Der Blumengarten

Am See, tief zwischen Tann und Silberpappel
Beschirmt von Mauer und Gesträuch ein Garten
So weise angelegt mit monatlichen Blumen
Daß er vom März bis zum Oktober blüht.

Hier, in der Früh, nicht allzu häufig, sitz ich
Und wünsche mir, auch ich mög allezeit
In den verschiedenen Wettern, guten, schlechten
Dies oder jenes Angenehme zeigen.

Bertold Brecht

 Was die Menschen Glück und Unglück nennen, ist nur der rohe Stoff dazu; am Menschen liegt`s, wozu er ihn formt. Nicht der Himmel bringt das Glück; der Menschs bereitet sich sein Glück und spannt seinen Himmel selber in der eigenen Brust. Der Mensch soll nicht sorgen, dass er in den Himmel, sondern dass der Himmel in ihn komme. Wer ihn nicht in sich selber trägt, der sucht ihn vergebens im All.

Otto Ludwig

          Komm mit

Komm mit mir
ins Wolkenkuckukshaus
mein verlässliches Heim

Da wohnen wir
mit friedlichen Menschen
Blumen und zahmen Tieren

Edens Tochterwelt
wo der Apfelbaum
nicht verboten ist

Rose Ausländer

A new young monk arrives at the monastery.
He is assigned to help the other monks in copying the old canons and laws of the church by hand. 
He notices, however, that all of the monks are copying from copies, not from the original manuscript.
So, the new monk goes to the abbot to question this, pointing out that if someone made even a small error in the first copy, it would never be picked up.
In fact, that error would be continued in all of the subsequent copies.
The head monk says, "We have been copying from the copies for centuries, but you make a good point, my son".
So, he goes down into the dark caves underneath the monastery where the original manuscript is held in a locked vault that hasn't been opened for hundreds of years.
Hours go by and nobody sees the old abbot.
So, the young monk gets worried and goes downstairs to look for him.
He sees him banging his head against the wall.
His forehead is all bloody and bruised and he is crying uncontrollably.
The young monk asks the old abbot, "What's wrong, father?"
With a choking voice, the old abbot replies, "The word is celebrate not celebate."

Mit einen Danke an Kiria

Aus unserem Gästebuch

Hallo Petra,

Ein Workshop bei Julia und Jeff ist das komprimierte Leben.

Voll, bewegt, herzerfrischen und voller Wunder.

Diese sind so vielfältig, wie ein sich schnell drehendes Kaleidoskop mit tausend schrillen, bunten Bildern.

Ein wildes auf und ab der Gefühle.

Wie ein sturmgepeitschtes Meer und dann wieder ganz still, wie eine Wiese im frühen Morgennebel.

Es erfüllt dich, nährt dich, reißt dich schmerzhaft runter in den Strudel, hebt dich hoch, sanft und schwebend.

Einen solchen Workshop zu beschreiben, ist, als wolle man den Geschmack einer Kirsche mit Worten übermitteln.

Es ist nicht möglich.

Du musst schon SELBST hineinbeissen!

Egon (ein alter Workshophase)

"Wenn ich mich zeige, so wie ich bin, wenn ich dich sehe, so wie du bist,
passen wir vielleicht gar nicht zusammen, so wie wir sind," sagt der Zweifel.
"Nur wenn ich dich nehme, so wie du bist, nur wenn ich mich gebe,
so wie ich bin, können wir uns nahe sein, so wie wir sind", sagt die Liebe. (Jochen Mariss)

Danke Gerhard

 

Der plötzliche Spaziergang (Franz Kafka)

Wenn man sich am Abend endgültig entschlossen zu haben scheint, zu
Hause zu bleiben, den Hausrock angezogen hat, nach dem Nachtmahl beim
beleuchteten Tische sitzt und jene Arbeit oder jenes Spiel vorgenommen
hat, nach dessen Beendigung man gewohnheitsgemäß schlafen geht, wenn
draußen ein unfreundliches Wetter ist, welches das Zuhausebleiben
selbstverständlich macht, wenn man jetzt auch schon so lange bei Tisch
stillgehalten hat, daß das Weggehen allgemeines Erstaunen hervorrufen
müßte, wenn nun auch schon das Treppenhaus dunkel und das Haustor
gesperrt ist, und wenn man nun trotz alledem in einem plötzlichen
Unbehagen aufsteht, den Rock wechselt, sofort straßenmäßig angezogen
erscheint, weggehen zu müssen erklärt, es nach kurzem Abschied auch
tut, je nach der Schnelligkeit, mit der man die Wohnungstür zuschlägt,
mehr oder weniger Ärger zu hinterlassen glaubt, wenn man sich auf der
Gasse wiederfindet, mit Gliedern, die diese schon unerwartete
Freiheit, die man ihnen verschafft hat, mit besonderer Beweglichkeit
beantworten, wenn man durch diesen einen Entschluß alle
Entschlußfähigkeit in sich gesammelt fühlt, wenn man mit größerer als
der gewöhnlichen Bedeutung erkennt, daß man ja mehr Kraft als
Bedürfnis hat, die schnellste Veränderung leicht zu bewirken und zu
ertragen, und wenn man so die langen Gassen hinläuft, - dann ist man
für diesen Abend gänzlich aus seiner Familie ausgetreten, die ins
Wesenlose abschwenkt, während man selbst, ganz fest, schwarz vor
Umrissenheit, hinten die Schenkel schlagend, sich zu seiner wahren
Gestalt erhebt. Verstärkt wird alles noch, wenn man zu dieser späten
Abendzeit einen Freund aufsucht, um nachzusehen, wie es ihm geht.

Danke an Swen

Offene Herzen, fließend verbunden
sprechen ihre Geschichten
jedes ihre eigene
schreien im Gehaltensein ihren Schmerz in die Welt
tiefe Wunden öffnen ihre Türen
bebende Körper
verletzte Seelen
wütende Stürme verlassen uns
Stille breitet sich aus
gehalten von schützenden Händen
gezeichnet vom Leben
wärmend und liebevoll

Ein Gedicht von Sina, W S Juni 07

Eine Geschichte ein – frei nach Anthony de Mello:

“Eine Familie ist auf einem Fest zum Essen ins Restaurant eingeladen. Bei der Bestellung des Essens kommt die Reihe an eines der Kinder. Das Kind wünscht sich Schnitzel mit Pommes. Die Bedienung fragt, ob das Kind lieber Ketchup oder ‚Majo’ dazu möchte. ‚Ketchup’ sagt das Kind. Die Mutter meint: ‚Ist es nicht gescheiter, wenn Du Spetzle mit Soße ißt.

Nach einer Weile bringt die Bedienung das Essen und serviert dem Kind Schnitzel mit Pommes und Ketchup.
Da blickt das Kind zu seiner Mama auf und sagt: ‚HEY, DIE GLAUBT MICH GIBT´S WIRKLICH.’ “

Danke an Matthias

Wandlung

Und es kam der Tag,
da das Risiko, in der Knospe zu verharren,
schmerzlicher wurde,
als das Risiko, zu blühen.

Anais Nin

Sei, der du bist,
nicht mehr, nicht weniger,
aber der sei.

Peter Altenberg

Danke an Kerstin Z.

wenn du echt sein willst

sei dem treu,
was in dir entsteht,
und lebe nicht nach den werten anderer.

was du bist,
hast du zu geben.
deine echtheit ist dein beitrag,
nicht deine fähigkeit,
die anderen nachzuahmen
und so zu leben wie sie.

wenn du echt sein willst,
mußt du lernen, NEIN zu sagen
zu dem, was dich erstickt.
dann wirst du
zu dem finden,
was dir entspricht,
und darin aufblühen.

Ulrich Schaffer (http://home.arcor.de/worte/schaffer.htm)

Danke an Michael G.


 

Achte auf Deine Gedanken,

denn sie werden Worte


Achte auf Deine Worte,
Denn sie werden Handlungen


Achte auf Deine Handlungen,
Denn sie werden Gewohnheiten


Achte auf Deine Gewohnheiten,
denn sie werden Dein Charakter


Achte auf deinen Charakter,
Denn er ist Dein Schicksal.


/Aus dem Talmud

(Danke an Dietmar)


 

Segen der Einsamkeit

 Mögest du in deinem Leben die Gegenwart, die Kraft und das Licht deiner Seele entdecken. Mögest du erkennen, dass du niemals allein bist,dass deine Seele dich durch ihren Glanz und ihr Zugehörenauf's innigste mit dem Rhytmus des Weltalls verbindet.Mögest du deine Individualität und Verschiedenheit achten. Mögest du erkennen, dass die Gestalt deiner Seele einzigartig ist,dass dir hier ein besonderes Schicksal beschieden ist,dass sich hinter der Fassade deines Lebensetwas Schönes, Gutes und Ewiges ereignet. Mögest du lernen, dein Selbst mit der gleichen Freude,dem gleichen Stolz und der gleichen Wonne zu betrachten,mit der Gott dich in jedem Augenblick gewahrt. 
                                          John O'Donohue
(Danke Irmtraut)

 

Freiheit

Auch wenn du dich für Krieg entscheidest, wähle ich den Frieden.

Obwohl deiner Entscheidung Leid folgt, führt mein Weg in die Freude.

Trotz deiner Feindseligkeit, wächst in mir die Liebe.

Tanz und Musik durchziehen mein Leben.

Ich webe ein neues Bild.

Und vielleicht, irgendwann, kann ich dich sogar lieben.

Susanne Mössinger

 

Im Fluß sein

im Element sein / Flußbettgrundwasserwindundsonne / spüren.

Dort die Ruhe im Strom, / hier die strömende Unruhe, / dort die Stille,
hier das Brausen, / beruhigend und berauschend.

Mich von den Steinen anziehen, / überraschen lassen, / die Hände tauchen ein, suchen, / finden, fühlen, richten auf. / Fügen zusammen mit Geduld.

Spiel mit Zufall und Risiko, / spielerische Herausforderung,
sich fügen im Fallenlassen, / loslassen, Ansprüche fallen mit.

Plötzlich Balance, Standfestigkeit, / Ruhe im Gleichgewicht.

Steingestaltenstehvermögen, / Gemeinsam in Balance, / Freude am Gelingen,
Zeit vergessen. / Im Fluß Sein erfahren. / Und der Fluß? / Fließt einfach weiter,
alles ist gleich-gültig.

Eckhard Sültemeyer 

(Danke an Gisela )

Zu Hause

Dort, wo meine Wahrheit wohnt, wo sein darf, was ist,

Lebendigkeit lebt,

wo Grenzen gesetzt,

respektvoll geachtet,

Gefühle betrachtet,

gehört und gesehen,

Menschen eigene Wege gehen,

i h r e Inhalte leben,

nichts auf Gerede anderer geben,

dort, wo man die Wahrheit sagt,

Menschen, wie sie sind, schätzt und achtet,

sie mit Liebe betrachtet,

ihnen Freiraum schenkt

und sich nicht an sie hängt,

sie nicht benutzt und manipuliert,

um eigenen Zwecken zu dienen

oder sich besser zu fühlen,

um die eigene Leere

mit fremdem Inhalt zu füllen,

oder verborgenen Gefühlen zu entrinnen,

sie einfach lässt und unterstützt

ohne dass es einem nützt,

dort, wo man nicht ist gezwungen,

sich Schaden zuzufügen und immer hat gerungen,

andere zu schützen, um aufrechtzuerhalten ihr Bild

der heilen Welt und Harmonie,

die doch hat existiert gar nie,

dort, wo die Vergangenheit ruht,

und man kann neue Wege bestreiten,

statt auf alten Mustern herumzureiten,

dort, wo man kann innere Schätze heben,

nicht muss in Status und Labels leben,

dort, wo man kann aus sich selbst heraus schaffen

und muss sich nicht machen zum Affen

für Umsatzzahlen, Profit und Gier,

sondern kann leben im Jetzt und Hier,

dort, wo ich kann sein,

da bin ich daheim!

Birgit I. Münch M.A.

am 04.07.05

 

Im Fluß sein

im Element sein / Flußbettgrundwasserwindundsonne / spüren.

Dort die Ruhe im Strom, / hier die strömende Unruhe, / dort die Stille,
hier das Brausen, / beruhigend und berauschend.

Mich von den Steinen anziehen, / überraschen lassen, / die Hände tauchen ein, suchen, / finden, fühlen, richten auf. / Fügen zusammen mit Geduld.

Spiel mit Zufall und Risiko, / spielerische Herausforderung,
sich fügen im Fallenlassen, / loslassen, Ansprüche fallen mit.

Plötzlich Balance, Standfestigkeit, / Ruhe im Gleichgewicht.

Steingestaltenstehvermögen, / Gemeinsam in Balance, / Freude am Gelingen,
Zeit vergessen. / Im Fluß Sein erfahren. / Und der Fluß? / Fließt einfach weiter,
alles ist gleich-gültig.

Eckhard Sültemeyer
 

Danke an Gisela

Für den Sohn des Schamanen.

Old Shure Daddyhand und der Sohn des Schamanen.

Die Jagd war vorbei, der Freudentanz vom Vorabend war beendet, das Lagerfeuer war heruntergebrannt.
Nur die Glut wurde noch von einem leichten Südwind am Glimmen gehalten.
Der Morgen rückte näher und die aufgehende Sonne versprach einen schönen, warmen Tag.
Die zwei Männer standen am plätschernden Fluss, dessen Oberfläche durch die reflektierenden Sonnenstrahlen in einen diamantenen Teppich verwandelt war.
Ihre Herzen waren erfüllt mit Frieden und Zuversicht.
Die wunderschönen Gefühle füreinander ließen die Freude in ihren Herzen emporsteigen, wie den Rauch der Friedenspfeife, die sie in der Nacht zuvor geraucht hatten.
Beide wussten, das sich ihre Wege nun trennen würden. Doch keine Trauer konnte sich über sie ausbreiten.
Die herrlichen Gefühle über ihre Gemeinschaft triumphierte als tiefe Stärke in ihnen.
Die Sehnsucht für ihre nächste Zusammenkunft ließ sie stolz und mutig in die Zukunft blicken.
Sie schauten mit festen Blicken in die wundervoll, vor sich ausbreitende, Weite Landschaft.
Old Shure Daddyhand und der Sohn des Schamanen, bestiegen ihre Pferde, reichten sich die von der Sonne gebräunten Hände und wünschten sich " Lebe wohl".
Beide wussten, ihre Herzen sind miteinander verbunden.
Die Hände lösten sich und jeder ritt seinen Weg, doch eines war ihnen bewusst,
-ihr Mut, ihre Stärke, ihre Freude am Leben und ihre Zuversicht wird sie eines Tages wieder zusammen führen.

Danke Anton

Hermann Hesse: aus Brief an einen Jüngling 1932: "Sie sind ein junger Mensch und fragen sich nach Ihren Pflichten und ob sie das Recht hätten sich um
sich selber zu kümmern, statt um das Gemeinwohl und das Vaterland. Ich kann Ihnen diese Frage, im Gegensatz zu allen heutigen Tendenzen genau
beantworten:

Ihre Pflicht ist es, ein Menschzu werden, ein so brauchbarer, guter, seiner Fähigkeiten sicherer Mensch wie nur möglich. Ihre Pflicht ist es, eine
Persönlichkeit und ein Charakter zu werden, nichts anderes. Wenn Sie das so weit geworden sind, als es Ihnen eben möglich und bestimmt ist, dann kommen
die Aufgaben, an denen sie sich bewähren können, ganz von selber zu Ihnen."

Danke an Katharina

Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein. Unsere größte Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein. Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, ängstigt uns am meisten. Wir fragen uns, wer bin ich denn, dass ich so brillant sein soll. Aber wer bist Du, es nicht zu sein? Du bist ein Kind Gottes. Es dient der Welt nicht, wenn Du Dich klein machst. Sich klein machen, nur damit die anderen um dich herum nicht so unsicher fühlen, hat nichts Erleuchtetes. Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, die in uns ist zu manifestieren. Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem von uns. Und wenn wir unser Licht scheinen lassen, geben wir damit unbewusst anderen die Erlaubnis, es auch zu tun. Wen wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch die anderen.
(aus der Antrittsrede von Nelson Mandela 1994)

Danke an Christa

Du legst die Stücke zusammen und merkst rückblickend, dass sie zueinander passen:
der Verlust, der Erfolg, das Ende einer Beziehung, der Tod eines Freundes, die Verzweiflung, die Ablehnung, die Erneuerung.
Deiner Wahl. Dein Versuch, nicht mehr gewinnen zu wollen,
Dein Festhalten, als gäbe es nichts anderes, das schmerzhafte Loslassen.
Die Unsicherheit über das eigene Leben,,die Unruhe, das Versagen mit Menschen, die Geheimnisse vor Dir selbst, die Enttäuschungen, die Dich gereinigt haben.
Sie alle gehören dazu. Und vielleicht ist es trotz aller Fehler keine Frage der Schuld. Mit dem Erkennen verschwimmt mehr und mehr was bedeutend und was bedeutend war.
Es ist Dein einziges Leben.
Schaffer

Von meinem Mann zum 6o. Geburtstag
Irmtraut

Wussten Sie schon von Wilhelm Willms

Wussten Sie schon, dass die Nähe eines Menschen gesund machen, krank machen, tot und lebendig machen kann?
Wussten Sie schon, dass das Wegbleiben eines Menschen sterben lassen kann, dass das Kommen eines Menschen wieder leben lässt?
Wussten Sie schon, dass die Stimme eines Menschen einen anderen Menschen wieder aufhorchen lässt, der für alles taub war?
Wussten Sie schon, dass das Wort oder das Tun eines Menschen wieder sehend machen kann - einen - der für alles blind war, der nichts mehr sah,
der keinen Sinn mehr sah in dieser Welt und in seinem Leben?
Wussten Sie schon, dass das Zeithaben für einen Menschen mehr ist als Geld, mehr als Medikamente -unter Umständen mehr als eine geniale Operation?
Wussten Sie schon, dass das Anhören eines Menschen Wunder wirkt, dass das Wohlwollen Zinsen trägt, dass ein Vorschuss an Vertrauen hundertfach auf uns zurückkommt?
WUSSTEN SIE SCHON,
DASS TUN MEHR IST ALS REDEN?
WUSSTEN SIE DAS ALLES SCHON?
(Danke an Petra)

Das Leben ist schön! von Anton


Oder die Fabel vom kleinen Eisbären Arthur und seinem Freund Felix, dem Eiswurm.

Was ihr kennt keinen Eiswurm ? Na gut, das sind die kleinen weißbehaarten Würmer, etwa 12 cm lang, mit kleinen blauen Augen, rosa, na sagen wir, Katzennäschen und einen Mund wie ein Mäuschen. Wie ein Eisbär aussieht wisst ihr ja.

Also nun zur Geschichte.

Arthur sollte ein stolzer Eisbär werden und Felix der Eiswurm ein großer Held.
Am Tage von Arthurs Geburt toste ein heftiger Sturm, Schneeflocken rasten wie Geschosse durch die Luft. Berge von Eis wälzten sich über die meterdicken Eisschichten des Pols, ja es war heftig und angsteinflössend. Kein Stern war zu sehen und so kam es, daß Arthur außer der Wärme seiner Eisbärenmutter, in deren liebevollem Schoss er lag, nichts Gutes zu erwarten hatte. Felix hatte es da schon besser. Er hing der Eisbärenmutter zwischen den Forderläufen im Fell und genoss die Wärme und den Schutz des mächtigen Tieres, jeden Tag.( Ihr müsst wissen, Eiswürmer hängen immer dort, sie sind ein ständiger Begleiter der Eisbären.) Der Eisbärenvater war in der weiten Polarlandschaft unterwegs um Futter zu suchen. Eben in diesem Augenblick, als Arthur sich so sicher und wohlbehütet im Schoße seiner Mutter fühlte, gab es neben ihm ein höllisches Getöse. Ein mächtiger Schlag zerriss die Geborgenheit und ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken. Aber im Schutz der Mutter schlief er friedlich ein.

Am nächsten Morgen hatte sich der Sturm gelegt und die wunderbare Polarsonne, die über den nahe gelegenen Eisberg aufging, versprach einen freundlichen Tag. Arthur streckte sich und begrüßte Felix, den er nun entdeckte. "Guten Morgen, Kleiner" sprach Arthur, und Felix erwiderte die freundlichen Worte mit einem lächelnden Gesicht und schlug die Augen weit auf. Doch irgendetwas war an diesem Morgen anders. Irgendwie fehlte die Wärme der Mutter, das sanfte Lecken ihrer Zunge, wie sie es jeden Morgen tat. Arthur rappelte sich auf seine noch tollpatschigen Beinchen und sprang aus dem schützenden Schoß seiner Mutter, schaute sich um und erschrak plötzlich. Die Mutter lag da, sah aus als ob sie schlafen würde. Er wimmerte, zog mit seinen Zähnchen sanft an ihrem Fell. Liebevoll berührte er sie an ihrer Schnauze, doch nichts regte sich. Als er sich umsah war alles so friedlich und er bemerkte nicht einmal den riesigen Eisbrocken, der vom nahegelegenen Berg aus Eis abgebrochen war und nun neben seiner Mutter im Schnee lag. Angst überfiel ihn und er begann bitterlich zu weinen. So heftig, daß ihm die Tränen über sein seidenes Fell liefen und zu kleinen Eiszapfen erstarrten.

"He, Arthur" ,hörte er es rufen, "was ist los," deine Mama fühlt sich so kalt an. Arthur erwiderte schluchzend "Ich,... Ich -schnief- glaube, meine Mama schläft den Eisbärenschlaf, so wie es Opa und Oma schon lange Zeit machen." Felix kam langsam aus der Obhut der Eisbärenmutter heraus. Er kletterte an Arthurs Forderläufen empor, schlängelte sich an Arthurs Hals entlang und kringelte sich um die Nase von Arthur, so das er ihm genau in die Augen sehen konnte. Sein Gesicht veränderte sich in ein liebevolles Lächeln und die 4 Augen trafen sich mit wolliger Wärme. Beide fühlten in diesem Augenblick Angst, doch ihre Nähe zueinander lies sie Hoffnung und Mut schöpfen. Es war ihnen klar, dass sie alleine waren, weit und breit kein Vater zu sehen, keine Mutter die Schutz und Wärme gab. Und gerade nun war es der kleine unscheinbare Felix, der Arthur Mut machte. " Also los" sprach er. Arthur erhob sich und trottete auf wackeligen Beinen, den Freund um die Schnauze gekringelt, dem Ungewissen entgegen.

So liefen die beiden Freunde lange Zeit und lernten voneinander Futter suchen, sich gegenseitig Mut machen, sich trösten, sich Schutz zu geben, bis sie eines Tages, -es war Mittag, die Sonne stand hoch, -ein seltsames Heulen vernahmen. Arthur kannte dieses Geräusch noch nicht, doch Felix war es bekannt und es schauderte ihm bei dem Gedanken. Furcht überfiel ihn und Arthur spürte es sofort. "Wölfe- Ei...Ei...Eiswölfe " kam es stotternd aus seinem Munde. Arthur wusste nicht wie ihm geschah, aber die Worte seines Freundes trieben ihn an zu rennen. Rennen, was das Zeug hielt und Felix hielt sich mit seiner ganzen Kraft an seinem Freund fest. Das Heulen kam immer näher, schon sah man aufgewirbelten Schnee, wie Staub emporfliegen. Sie hörten Bellen und Knurren, doch nichts half. Das bösartige Heulen, das Schnaufen und Fauchen näherte sich von Sekunde zu Sekunde. Plötzlich, beide erstarrten vor Schreck. Vor ihnen, bäumte sich eine riesige Eiswand auf, Eis soweit das Auge reichte, zu hoch um sie zu erklimmen, zu lang um sie zu umlaufen.
"Was nun?" schrie Arthur. Weiter ging es nicht. Zurück, keine Chance! Sie drehten sich um und sahen wütende, gefräßige Mäuler auf sich zu rasen. Wie versteinert standen sie da. Sekunden vergingen. Ihre Augen sahen den Tod auf sich zustürzen. Arthurs Hals schnürte sich zu, doch Felix schrie aus Leibeskräften.

Sein Schrei war sehr laut, es klang fast wie Pfeifen. Wie ein Pfeil schoss der Schrei gen Himmel, brach sich an der Wand aus Eis und schallte in die entgegengesetzte Richtung, über die Weite der vereisten Polarlandschaft. Sein Schrei wiederholte sich am laufenden Band und das Echo erklang in so einem schrillen Ton, dass die Meute erschrocken innehielt. Über Arthur und Felix begann es zu knistern, zu bersten und zu splittern. Der Schrei des kleinen Wurmes hatte die Kraft einer Abrissbirne. Das Eis begann zu brechen, knirschte und stürzte in die Tiefe. In diesem Getöse, in diesem todbringenden Eishagel sprangen die zwei Freunde mit letzter Kraft durch die Speere aus Eis, die tonnenschweren Eismassen und erreichten die dahinterliegende, von Sonnenstrahlen durchflutete Eislandschaft. Hinter ihnen bäumten sich die eingestürzten Eisbrocken zu riesigen Trümmerhaufen zusammen, hatten alles begraben was in ihrer Nähe war.

Die beiden Freunde standen erschöpft vor Angst und mit weit aufgerissenen Augen da und blickten in die tödliche Richtung, doch nichts geschah. Ihre Herzen die dem Zerspringen nahe waren, ihr Atmen der sich fast überschlug, wurde ruhiger und ruhiger. Sie standen da und hielten sich fest. Als sich die Schneewolken die durch das herabfallende Eis aufgewirbelt wurden, legte, wurde alles ganz friedlich, ruhig, ja gespenstisch still. Kein Knurren, kein Heulen, kein Fauchen war mehr zu hören. "Wir Leben, wir leben!" schallte es laut durch die kühle Polarlandschaft. Tränen vor Freude und Glück liefen beiden über die Wangen. Das wohltuende Gefühl der Nähe zueinander umhüllte sie wie ein wärmender Mantel und beide wussten in diesem Augenblick, --sie waren stärker als der Tod.!

Die Einladung

Es ist nicht wichtig für mich, wie du dein Leben gestaltest.
Ich möchte wissen, woran du mit Schmerzen arbeitest
Und ob du zu träumen wagst, das Ziel der Sehnsucht deines Herzens zu erreichen.

Es ist nicht wichtig für mich, wie alt du bist.
Ich möchte wissen, ob du das Zentrum deiner eigenen Sorgen berührt hast,
ob du offen geblieben bist - trotz der Erfahrungen des Verrats des Lebens -
oder geschrumpft und verschlossen aus Angst vor künftigen Schmerzen.

Ich möchte wissen, ob du Schmerz aushalten kannst - meinen oder deinen eigenen -
Ohne die Regung zum Verstecken, Abschwächen oder zur schnellen Lösung.

Ich möchte wissen, ob du die Freude aushalten kannst
meine oder deine eigene - ob du verrückt und wild tanzen kannst und
die Erregung bis in die Finger- und Zehenspitzen fühlen kannst,
ohne uns zu warnen zur Vorsicht,zur Vernunft oder zu mahnen an die Grenzen des Normalen.

Es ist nicht wichtig für mich, ob deine Erzählung gerade wahr ist.
Ich möchte wissen, ob du es wagst, einen anderen zu enttäuschen,
um vor dir selbst ehrlich zu bleiben.

Ich möchte wissen, ob du das Schöne sehen kannst auch an Tagen, an denen es nicht gut läuft
Und ob dein Leben immer neu der Quelle der Gegenwart Gottes entspringt.

Ich möchte wissen, ob du mit Versagen leben kannst - meinem und deinem eigenen
Und noch am Uferrand eines Sees stehen kannst und
Dem silbernen Vollmond zurufen: JA!

Es ist nicht wichtig für mich, wo du lebst und wie viel Geld du hast.
Ich möchte wissen, ob du nach einer Nacht voller Kummer und Verzweiflung,
traurig und mit zerschlagenen Gliedern aufstehen kannst und tun, was getan werden muss.

Es ist nicht wichtig für mich, wer du bist und wie du hierher gekommen bist.
Ich möchte wissen, ob du mit mir im Brennpunkt stehen bleibst und nicht zurückschreckst.

Es ist nicht wichtig für mich, wo oder was und mit wem du studiert hast.
Ich möchte wissen, was dich innerlich nährt und erhält, wenn alles andere wegfällt.

Ich möchte wissen, ob du mit dir selbst allein sein kannst
Und ob du wirklich die Gemeinschaft magst, die du hast
In den sinnentleerten Zeiten des Lebens .......

Oriah Mountain Dreamer - Indianischer Ältester
(frei übersetzt von Gisel Krüger)

Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler in der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste ist, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können und das sollten sie neben die Namen schreiben. Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war und bevor sie den Klassenraum verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin. Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre Mitschüler über den einzelnen aufgeschrieben hatten.

Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste. Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. "Wirklich?" hörte man flüstern. "I wusste gar nicht, dass ich irgend jemandem was bedeute!" und "Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen" waren die Kommentare. Niemand erwähnte danach die Listen wieder. Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen.

Einige Jahre später war einer der Schüler in Vietnam gefallen und die Lehrerin ging zum Begräbnis dieses Schülers. Sie hatte noch nie einen Soldaten in einem Sarg gesehen - er sah so stolz aus, so erwachsen. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt hatte, ging am Sarg vorbei und erteilte ihm die letzte Ehre. Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer der Soldaten, die den Sarg trugen zu ihr: "Waren Sie Mark's Mathe-Lehrerin?" Sie nickte: "Ja". Dann sagte er: "Mark hat sehr oft von Ihnen gesprochen."

Nach dem Begräbnis waren die meisten von Mark's früheren Schulfreunden versammelt. Mark's Eltern waren auch da und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der Lehrerin zu sprechen. "Wir wollen Ihnen etwas zeigen", sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche. "Das wurde gefunden, als Mark gefallen ist. Wir dachten, Sie würden es erkennen."

Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das Offensichtlich zusammengeklebt, viele Male gefaltet und auseinandergefaltet worden war. Die Lehrerin wusste ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten. "Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben" sagte Mark's Mutter. "Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt."

Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin. Charlie lächelte ein bisschen und sagte, "Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der obersten Lade in meinem Schreibtisch". Chuck's Frau sagte, "Chuck bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben." "Ich habe meine auch noch" sagte Marilyn. "Sie ist in meinem Tagebuch." Dann griff Vicki, eine andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. "Ich trage sie immer bei mir", sagte Vicki und meinte dann ohne mit der Wimper zu zucken: "Ich glaube, wir haben alle die Listen aufbewahrt." Die Lehrerin war so gerührt, dass sie sich setzen musste und weinte. Sie weinte um Mark und für alle seine Freunde, die ihn nie mehr sehen würden.

Im Zusammenleben mit unseren Mitmenschen vergessen wir oft, dass jedes Leben eines Tages endet. Und dass wir nicht wissen, wann dieser Tag sein wird. Deshalb sollte man den Menschen, die man liebt und um die man sich sorgt, sagen, dass sie etwas Besonderes und Wichtiges sind. Sag es ihnen, bevor es zu spät ist.

Du kannst dies auch tun, indem du diesen Text weitergibst. Wenn du diese Geschichte bekommen hast, dann deshalb, weil sich jemand um dich sorgt. Und es bedeutet, dass es zumindest einen Menschen gibt, dem du etwas bedeutest. Denk daran, du erntest, was du säst. Was man in das Leben der anderen einbringt, kommt auch ins eigene Leben zurück.
Ein lieber Gruß
von
Gisela Krüger

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Wir sind hier,
weil es letztlich kein entrinnen vor uns selbst gibt.
Solange der Mensch sich nicht
selbst in den Augen und Herzen
seiner Mitmenschen begegnet,
ist er auf der Flucht.
Solange er nicht zulässt, dass seine Mitmenschen
an seinem Innersten teilhaben,
gibt es für ihn keine Geborgenheit.
Solange er fürchtet, durchschaut zu werden,
kann er weder sich selbst noch andere erkennen-
er wird allein sein.
Wo können wir solch einen Spiegel finden,
wenn nicht in unserem Nächsten.
In der Gemeinschaft kann ein Mensch
erst richtig klar über sich werden
und sich nicht mehr als den Riesen seiner Träume
oder den Zwerg seiner Ängste sehen,
sondern als Mensch, der Teil eines Ganzen
zu ihrem Wohl seinen Beitrag leistet.
In solchem Boden können wir Wurzeln schlagen
und wachsen.
Nicht mehr allein - wie im Tod - sondern lebendig
als Mensch unter Menschen.
Gestern - Heute - Morgen

Es gibt in jeder Woche zwei Tage, über die wir uns keine Sorgen machen sollten. Zwei Tage, die wir freihalten sollten von Angst und Bedrückung.

Einer dieser zwei Tage ist gestern mit all seinen Fehlern und Sorgen, geistigen und körperlichen Schmerzen. Das Gestern ist nicht mehr unter unserer Kontrolle! Alles Geld dieser Welt kann das Gestern nicht zurückbringen; wir können keine einzige Tat, die wir getan haben, ungeschehen machen. Wir können nicht ein Wort zurücknehmen, das wir gesagt haben. Das Gestern ist vorbei!

Der andere Tag, über den wir uns keine Sorgen machen sollten, ist das Morgen mit seinen möglichen Gefahren, Lasten, großen Versprechungen und weniger guten Leistungen. Auch das Morgen haben wir nicht unter unserer sofortigen Kontrolle.

Morgen wird die Sonne aufgehen, entweder in ihrem vollen Glanz oder hinter einer Wolkenwand. Aber eins steht fest: Sie w i r d aufgehen! Bis sie aufgeht, sollten wir uns nicht über morgen Sorgen machen, weil morgen noch nicht geborgen ist.

Da bleibt nur ein Tag übrig: heute!

Jeder Mensch kann nur die Schlacht von einem Tag schlagen. Daß wir zusammenbrechen, geschieht nur, wenn Du und ich die Last dieser zwei fürchterlichen Ewigkeiten - gestern und morgen - zusammenfügen. Es ist nicht die Erfahrung von heute, die die Menschen verrückt macht; es ist die Reue und Verbitterung für etwas, was gestern geschehen ist, oder die Furcht vor dem, was das Morgen wieder bringen wird.

HEUTE ist das MORGEN, worüber wir uns GESTERN Sorgen gemacht haben.(Danke, Iris!)

Angst macht Mut von Andrea Schwarz

Wer die Angst nicht kennt
ist auch nicht mutig
Schlimm ist nur die Angst
vor der Angst

die Angst will dir helfen
will dir wichtiges sagen
sie weiß
es wird Zeit
etwas zu tun

hab Vertrauen zu deiner Angst
und stell dich
dem wachsenden Mut nicht entgegen
er wird stark sein
zur richtigen Zeit

Mut
kennt die Angst

(Danke Daniela)

BAUM

Alter Junge, Traum, Begleiter,
Vater, Freund und Wegbereiter,

Klug bist Du, wirklich und beständig,
Formvollendet - farbenfroh - lebendig.

So unbeweglich stark - und weich im Tanz
Aus tausend Fetzen machst Du meine Seele ganz.

Wenn ich Dich sehe, wird mein irres Sehnen still
Und hab ich mich verloren, find ich Dich, weil ich mich will.

Kennst menschendumme Einsamkeit
Holst mich heim in Deinem Kleid,

Das weich ist, wild und jung und zart,
Dein Kern ist Zauber - Deine Schale hart.

Verlass mich nie, denn ohne Dich bin ich verloren
Und hab ich keine Eltern mehr, so bin ich nah bei Dir geboren.

Alter Junge, Wegbegleiter, Traum,
Treuer Freund, liebster Baum.

© sonja schmidt, 2004

HERR DER WELT, DIR SINGE ICH.

Alles blüht um mich her, und die Welt ist gesegnet und voll Freude. Dir singe ich! Wie glänzt jetzt der Tau, wie jubeln alle die bunten Vögel, der Gesang der Zwitschernden tönt überall. Alle singen dir zu Ehren, dem Erschaffer des Alls, dir, der Gott ist. Du allein bist die Quelle des Gesanges, denn das Lied wurde im Himmel geboren. Ach nur im Himmel lässt seine Stimme strahlen Der liebliche Vogel der Götter,und die heiligen Vögel jubeln im Wechselgesang zum Preise des, der die Welt geschaffen. Mein Herz hört die Stimmen. Und ich will alle dunklen Schleier Der Vergangenheit den Winden geben, damit auch mein Seufzen aufsteigt in den unendlich leuchtenden Himmel, hoch hinauf, und mitklingt, wo die gelben Kolibris singen zum Preise des Gottes der Himmel.

Ach, ich will nicht weinen auf Erden. Verfällt nicht das Haus irdischer Träume? Ach, ich weiß, was immer die Erde trägt, muss enden, wie hier unser Leben endet. Lass mich singen zu dir, du Grund des Alls, im Himmel möge meine Seele dir singen, dass du sie freundlich ansiehst, du, durch den wir leben.

Altmexikanischer Hymnus

Im Andenken an

Dr. Ingo Gerstenberg
7. August 1944 - 3. März 2004

Die wirklich wichtigen Dinge im Leben:

Ein Philosophieprofessor stand vor seinen Studenten und hatte ein paar Dinge vor sich liegen. Als der Unterricht begann nahm er ein großes leeres Mayonnaiseglas und füllte es bis zum Rand mit großen Steinen. Anschließend fragte er seine Studenten, ob das Glas voll sei.

Sie stimmten ihm zu.

Der Professor nahm eine Schachtel mit Kieselsteinen und schüttete sie in das Glas und schüttelte es leicht. Die Kieselsteine rollten natürlich in die Zwischenräume der größeren Steine. Dann fragte er seine Studenten erneut, ob das Glas jetzt voll sei.

Sie stimmten wieder zu und lachten.

Der Professor seinerseits nahm eine Schachtel mit Sand und schüttete ihn in das Glas. Natürlich füllte der Sand die letzten Zwischenräume im Glas aus. ,,Nun", sagte der Professor zu seinen Studenten: ,,Ich möchte, dass Sie erkennen, dass dieses Glas wie ihr Leben ist!

Die Steine sind die wichtigen Dinge im Leben: Menschen die Sie mögen, Ihre Träume, Ihre Gesundheit, Ihre Kinder - Dinge, die, wenn alles andere wegfiele und nur sie übrig blieben, - ihr Leben immer noch erfüllen würden.

Die Kieselsteine sind andere, weniger wichtige Dinge, wie z.B. Ihre Arbeit, Ihre Wohnung, Ihr Haus oder Ihr Auto.

Der Sand symbolisiert die ganz kleinen Dinge im Leben. Problemchen, Dingen die einen ärgern, o.ä. Wenn Sie den Sand zuerst in das Glas füllen, bleibt kein Raum für die Kieselsteine oder die großen Steine. So ist es auch in Ihrem Leben: Wenn Sie all ihre Energie für die kleinen Dinge in ihrem Leben aufwenden, haben Sie für die großen keine mehr.

Achten Sie daher auf die wichtigen Dinge, nehmen Sie sich Zeit für die Kieselsteine, achten sie auf Ihre Gesundheit. Es wird noch genug Zeit geben für Arbeit, Haushalt, Partys usw.. Achten Sie zuerst auf die großen Steine - sie sind es, die wirklich zählen. Der Rest ist nur Sand."

Wer bin ICH?

Ich bin Ich
Ich bin Alles und Nichts
Ich bin der Raum
den ich mir gebe

Der Geist in der Flasche
Das Wasser im Krug
Die Form - Der Geist
Mir dient die Zeit

Ich bin die Wahrheit
Ich bin das Geheimnis
Ich bin die Liebe . . .

Nach den Enlightment Intensive
August 1985, Karin Sonnenfeld

(in Andenken an Karin, die uns über lange Jahre nah stand, gestorben am 22.05.2003)

 

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